Nach der Arbeit – was dann?
12. März 2010 | Autor hp | Kategorie: AllgemeinNicht eine Weltreise steht an: seine Zukunft bleibt hier in Nordfriesland. Schon heute hat Werner für die Tage nach seinem Arbeitsleben vorgesorgt. Er ist vor einiger Zeit Betreuer geworden.
Für dieses Interview haben wir einen besonderen Tag optisch vorweg genommen: Noch einige Jahre und Du gehst in Rente. Brechen für Dich dann rosige oder rostige Zeiten an?
«Na, jedenfalls nicht rostige. Ich werde mich weiterhin sozial engagieren«.
Sozial engagieren? Ist das nicht schwierig – oder ehrlicher: Ist das nicht lästig?
«Manches Engagement als Betreuer ist durchaus nicht so einfach. Da ist man mit seinen Anregungen und Entscheidungen schon gefragt. Aber in vielen Situationen reichen auch kleine Dinge. Wie bei Renate.«
Wobei hast Du ihr denn helfen können?
«Also: da war zum Beispiel die Sache mit dem Abo. Ein gewiefter Klinkenputzer hatte Renate ein Abonnement für ein Magazin, das sie gar nicht lesen mochte, verkauft. Die Widerspruchsfrist ließ sie verstreichen. Einen Brief zum Verlag schreiben, mit der Sachbearbeiterin telefonieren – alles kein Problem. Doch für Renate eine riesige Hilfe. Sonst wäre von ihrem Verdienst in der Werkstatt für Behinderte kaum etwas übriggeblieben.«
Wie kommt es, dass Renate zu Dir so ein Vertrauen hat?
«Vielleicht hat sie einfach das Gefühl, dass mich ihre Sorgen interessieren. Renate hat keine Familie, an die sie sich wenden könnte. Und vielleicht merkt sie in solchen Momenten auch, dass es für mich einfach ist zu helfen – und mir auch Spaß macht.«
Du kannst ein Engagement als Betreuer empfehlen?
«Etwas Sinnvolles zu tun ist schon ein gutes Gefühl für mich. Am Anfang weiß man oft nicht: Treffe ich die richtige Entscheidung? Aber die Teilnahme an dem Seminar “Handeln will gelernt sein” war für mich ein guter Einstieg in diese Tätigkeit.«
Werden Deine Auslagen eigentlich erstattet?
«Ja. Jeder, der eine Betreuung führt, bekommt auf Antrag 323,– Euro im Jahr erstattet.«
Jeder Mensch hat Wünsche – ob jung, ob alt oder behindert. Diese Wünsche durch Kontakte und Gespräche zu erkunden und sich dafür einzusetzen, dass sie verwirklicht werden, ist die wesentliche Aufgabe von Betreuern.
Wenn Sie mehr über das Engagement von rechtlichen Betreuern wissen möchten rufen Sie uns einfach an: Herr Thorsten Weiland erklärt Ihnen gern alles persönlich.
Wir freuen uns auf Sie!